Schlössla, Fürth

Gottseidank ist mir dann noch das Schlössla eingefallen…

Etwas unschlüssig – aber nicht unhungrig – standen wir vor dem Eingang der Location, die zunächst als Testobjekt des gestrigen Abends auserkoren war. Aber irgendwie wurden wir dann mit keiner der auf der Karte dargebotenen Speisen warm.
Wir konnten auch das Ambiente nicht wirklich geniesen, beließen es bei einem Getränk, verliesen das Lokal und verliefen uns im Wald…
Grübelnd wurde uns gewahr, dass uns langsam die Testobjekte in der näheren Umgebung ausgehen. Und dann kam der oben schon vorweggenommene – im Nachhinein brilliante – Geistesblitz.

Wir kamen an ein Häuslein, mit Gartentischen fein…

Vier bis fünf Jahre ist es wohl her, dass ich im Schlössla war, seinerzeit noch unter Vorgänger-Pacht. Es gefiel mir damals schon recht gut, auch das Gärtchen ist mir in Erinnerung geblieben. Seit 2011 wirkt hier Michael Tillmann, und das ganz offensichtlich sehr ambitioniert. Schon der erste Blick auf die außen angebrachte Karte lässt erahnen, dass hier gehobene Ansprüche umgesetzt werden wollen. Fränkische Küche mit sowohl mediterranen als auch asiatischen Einschlägen machen Appetit und Lust aufs Ausprobieren. Von der „EM-Karte“ wurden schließlich Rotes Thai-Curry und der langsam gebratene Schweinebauch mit Steinpilzen und Kartoffelknödeln geordert.

Geschätzten 50 Personen bietet der Garten vor dem Restaurant Platz. Nicht gerade besonders lärmgeschützt, aber leicht erhöht an der glücklicherweise abends nicht stark befahrenen Vacher Straße gelegen, stellt sich dennoch recht schnell eine heimelige Atmosphäre ein. Anteil daran haben sicherlich auch die herrliche Sandsteinkulisse des historischen Gasthauses und die üppige Begrünung.

Die Wartezeit aufs Essen entsprach der bestellten Speise; einen langsam gebratenen Schweinebauch erwarte ich schließlich nicht nach 10 Minuten.  Als dann aber aufgetischt wurde, verschlug es uns derart die Sprache, dass ich sogar das Ablichten der beiden wundervoll angerichteten Teller vergaß. Um es kurz zu machen: Beide Gerichte waren phänomenal; eine vergleichbare Leistung zu einem solchen Preis dürfte in Fürth schwer zu finden sein.

Bedient wurden wir außerordentlich nett und aufmerksam, da freut man sich wirklich schon aufs Wiederkommen.

Besuch vom 15.8.2012

Aus aktuellem Anlass wurde das Schlössla heute nochmals vom BGT-Quartett besucht.

Die etwas mager aussehende Speisenkarte wurde zum Glück noch durch 3 auf einer Schiefertafel annoncierten Tagesgerichte ergänzt, so fand jeder sein Wunschgericht.
Schade.
Bestellt und anschließend verkostet wurden 2 mal Schnitzel Wiener Art mit Bratkartoffeln, Penne mit Rucolapesto, Tomaten und Parmesan sowie ein Krustenbraten mit Knödeln und Salat. Ich erzähl‘ auch gleich, was echt schade ist.
Und auch dieses Mal wussten die Speisen voll zu überzeugen: Die toll gewürzten Bratkartoffeln genauso wie die sättigenden Penne, saftige Schnitzel ebenso wie der wunderbar cross-krustige Braten in der leckersten, dunkelsten und dicksten Soße seit langem.
Alles wie schon beim letzten Besuch wunderbar angerichtet und von aufmerksamer und netter Bedienung aufgetischt.

Schade, wirklich schade.

Das Schlössla schließt nämlich zum Ende August seine Pforten. Michael Tillmann betreibt schon seit einiger Zeit das Gustavson in der Gustavstraße (ehem. Mephisto) pallarel zum Schlössla und wird dies ab September wohl ausschließlich tun.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Christian Umhauer, der schon in den letzten Monaten im Schlössla gekocht hat, will selbiges übernehmen. Im Idealfall würde sich dann ungefähr kaum was ändern, was die Biergarten-Tester Fein, wirklich Fein fänden und mit vollem Appetit unterstützen würden.

Soll heißen: Wir werden sowohl das Schlössla als auch das Gustavson im Auge behalten und zu geeignetem Zeitpunkt an geeigneter Stelle berichten.

Homepage des Schlössla


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Eine Antwort zu Schlössla, Fürth

  1. Heute wurde dem Schlössla mal wieder ein längst überfälliger Besuch abgestattet und – was soll ich sagen: ALLES IST GUT.
    Soll heißen: Durch den oben im Artikel beschriebene Pächterwechsel hat sich nichts – zumindest nicht zum negativen hin – verändert.

    Die nicht gerade niedrig gesteckten Erwartungen des Testerquartetts wurden durch die Bank erfüllt: Verkostet wurden eine ziemlich leckere Frankenwein-Lauch-Suppe, Stadtwurst mit Musik, ein super knuspriges Schäuferle, ein saftiges Schnitzel mit Bratkartofflen sowie ein ganz vorzügliches Welsfilet auf Cous-Cous-Salat.
    Das Ganze serviert in feinstem Porzellan von souveräner und aufmerksamer Bedienung… was will man mehr?
    Schlössla: Weitermachen – wir kommen wieder!

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