Gasthaus „Zur Villenkolonie“, Fürth

28.09.11

Das herrliche Spätsommerwetter machte meiner Arbeitsmoral heute schwer zu schaffen. Ein Drang bemächtigte sich meiner, gegen den anzukämpfen mir zunehmends schwerer fiel und schließlich völlig sinnlos erschien. Irgendwann ergab ich mich wohl meinem Schicksal und so finde ich mich dann am späten Nachmittag – nicht wirklich überrascht – in einem Biergarten wieder. Vor mir steht ein leckeres Kristallweizen.

An einen Acker grenzend bietet der Garten einen netten Ausblick. Die hohen Bäume sorgen sicher auch im Hochsommer für eine angenehm schattige Atmosphäre. Doch
die gerade auf den Nachbartisch herabdonnernden Kastanien erzählen vom Herbst. Nächstes Mal vielleicht so einen gelben Bauhelm mitbringen, kommt mir in den Sinn. Aus der Küche dringt das Rauschen der Lüftung, gelegentlich Topfgeklapper. In der Ferne fährt ein Zug vorbei, von der eigentlich näheren Südwesttangete hört man nichts. Oben im Baum schimpft eine Elster.

Die Speisekarte ist übersichtlich und überschaubar. Von allem etwas, von nichts zuviel. Böhmische und fränkische Speisen, eigentlich möchte ich alle gern mal ausprobieren. Aber es ist September und ich hab meinen noch jungfäulichen Karpfenpass dabei, der heute seinen ersten Eintrag bekommen soll. Also wird dementsprechend geordert.

Zur halben Zubereitungs- und Wartezeit werden die Komparsen gebracht: Kartoffel- und Selleriesalat. Beide sind sehr lecker – der Kartoffelsalat noch warm – und beide erleben die Ankunft des Haupdarstellers nicht.
Und der kann sich sehen lassen. Außen schön knusprig, gut gewürzt, innen butterzart. Allemal gut für die eine oder andere Nominierung. Aber die gibts erst im Frühjahr, zum Saisonende.
Und wenn dann die neue Biergartenzeit beginnt, probier ich hier auch ganz bestimmt mal was böhmisches!

erneuter Besuch am 18.07.12:

Zugegeben – es hat ein wenig gedauert, bis jener Vorsatz umgesetzt wurde. Dafür aber ordentlich: Alle vier, der auf der Karte unter Böhmische Küche aufgezeigten Spezialitäten wurden verkostet; wie gut, dass man auch in entsprechender Quantität angerückt war.

oben: Böhmischer Schweinebraten, Szegediner Gulasch
unten (mit Rahmsoße): Svickova (Rinderbraten), Hausgemachter Hackbraten
alle Gerichte mit böhmischen Knödeln

Das Bild spricht eigentlich für sich – jedes Gericht schmeckte genauso lecker, wie es aussah. Obwohl der Biergarten recht gut besucht war, wurde auffallend aufmerksam bedient. Alle paar Minuten wurde nach dem Rechten gesehen. Die beim ersten Besuch schon beschriebene Atmosphäre überzeugte auch heute wieder. Spontanes Wohlfühlen tritt ein, sobald man am Tisch Platz genommen hat…

Die Tester verleihen somit auch diesem Biergarten das Prädikat: Besonders wertvoll.

Besuch vom 5.9.14

Diesmal wurde die Villenkolonie gleich zu siebt heimgesucht. Meinereiner liebt ja gerade die Zeit, in der sich Biergarten- und Karpensaison überschneiden und dementsprechend wurden neben anderen Speisen auch die ersten beiden gebackenen Karpfen dieser gerade neu begonnenen Saison geordert. Der oben getätigten Bewertung desselben gibt es indes nichts hinzuzufügen. Den Hauptunterschied zu früheren Besuchen macht der auf o.g. „Acker“ nun üppig wogende Mais aus; ländliche Atmophäre stellt sich ein… so nahe der Großstadt…

Fazit: Nix Neues gibts zu berichten, alle bestellten Gerichte wurden mit großem Wohlwollen vertilgt; der Biergarten-Tester-Prädikat-Status wurde einhellig bestätigt.

Zur Villenkolonie


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Eine Antwort auf Gasthaus „Zur Villenkolonie“, Fürth

  1. Irene Ilse sagt:

    Der obenstehenden Beurteilung ist nichts hinzuzufügen – die Villenkolonie ist wirklich klasse und zu jeder Jahreszeit mein Lieblingslokal, ganz egal ob innen im gemütlichen Gastraum oder draussen im typisch-fränkisch urigen Biergarten. Und ganz egal bei was für einem Gericht (böhmisch oder fränkisch) oder Saison-Gericht (von Spargel über Pfifferlinge bis hin zum Karpfen)….A propos Karpfen: die sind die besten in der ganzen Umgebung (die sind laut dem Wirt aus dem Feuchter Weiher und damit nicht so fett wie die Aischgründer, aber auch keineswegs „schlammig“). Zur Karpfenzeit gibt’s für mich also nur so ein Tier…..

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